Vegane Mythen

Die Gerüchteküche brodelt, wenn es um das Thema Veganismus geht. Viele Mythen sind schwer zu entlarven oder schlichtweg Humbug. Mediziner*innen belegen mittlerweile mit ersten Langzeitstudien die wohltuenden, heilsamen Vorzüge einer rein pflanzlichen Ernährung. Die intensive Nutztierhaltung der modernen Landwirtschaft wird als einer der Hauptverantwortlichen für den Klimawandel bezeichnet. Die Markteinführungen neuer veganer Alternativprodukte kennen nur einen Trend: nach oben! Immer mehr Menschen rund um den Globus werden Teil einer veganen Realität – einer Welt, in der Tiere kein Leid und Tod erfahren müssen, Menschen gesund und glücklich leben können und die Natur so natürlich sein kann, wie sie möchte. Alles nur ein Mythos?

1. Wenn ich mich vegan ernähre, macht das auch keinen Unterschied.

Fleischesser*innen verzehren in ihrem Leben unzählige Tiere und große Mengen an tierischen Produkten. Wird die Nachfrage nach Fleisch und anderen tierischen Produkten geringer, verringern sich unmittelbar die Qualen für die Tiere und die dazu notwendigen Eingriffe in die Natur. Jeder kann bei sich anfangen und mit der Wahl für ein pflanzlich basiertes Leben seinen ganz persönlichen Beitrag leisten!

In der Summe macht das einen riesigen Unterschied: Rund um den Globus entscheiden sich mittlerweile Millionen von Menschen für eine pflanzliche Ernährung. In den USA verbuchte die vegane Bewegung in den letzten drei Jahren einen 600%igen Zuwachs, China gilt als der am schnellsten wachsende vegane Markt und in Deutschland wurden im Jahr 2016 so viele neue vegane Produkte eingeführt wie in keinem anderen europäischen Land. Das mag vielleicht nicht direkt die Tiere retten, die in diesem Moment in Zuchtanlagen, Tiertransportern oder Schlachthäusern Qualen durchleben. Doch mit einer rein pflanzlichen Ernährung kannst Du selbst die Zügel in die Hand nehmen und Dich aktiv gegen Tierqualen stellen. Du hinterfragst ein System. Geh als Vorbild für andere voraus und zieh Deine Freunde und Familie mit. Mitgefühl, Liebe und Achtsamkeit zu verbreiten hat sicher noch niemandem geschadet, aber tausende Leben gerettet.

2. Man braucht Fleisch, um gesund zu sein.­

Das Gegenteil ist der Fall: Fleisch ist ungesund. Mediziner erklären uns heute, dass eine Ernährung mit tierischen Produkten gesundheitliche Risiken birgt. Der tägliche Konsum von 50 g verarbeitetem Fleisch erhöht das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken, um 18 %. Rotes Fleisch wurde von der Weltgesundheitsorganisation vor drei Jahren in die Kategorie krebserregender Stoffe aufgenommen. Durch den Konsum von Fleisch, Milch, Eiern und Fisch finden auch schädliche Hormone, Antibiotika und andere Medikamente, die eine intensive Viehzucht erforderlich macht, den Weg in unseren Körper.

Es wird häufig gesagt, dass Fleisch Vitamin-B12-Lieferant Nummer 1 ist. Das Vitamin kommt nicht einfach in tierischem Gewebe vor, sondern wird dort von Bakterien produziert, die eigentlich im Erdboden leben. Über Futtermittel gelangen diese Mikroorganismen dann in den tierischen Organismus und produzieren dort fleißig weiter. Gängige Praxis ist heute auch, dem Kraftfutter für Nutztiere zusätzlich B12 beizumischen, denn unser Boden ist durch die industrielle Landwirtschaft meist so zerstört, dass höchstens Spuren von Vitamin B12 zu finden sind. Die diversen Düngemittel und Pestizide führen dazu, dass große Teile der Bodenfruchtbarkeit abnehmen. Selbst Fleischessern empfehlen Ärzte heutzutage, die eigene B12-Versorgung durch Ergänzungspräparate zu sichern.

Mit der bunten Vielfalt einer rein pflanzlichen Ernährung wird der menschliche Organismus mit dem versorgt, was für einen gesunden Betrieb notwendig ist. Gratis hinzukommen gute Laune, ein kräftestrotzender Körper und jede Menge Karma-Punkte. Nicht umsonst nennt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) die vegane Ernährung die gesündeste Ernährungsweise. Dich interessiert, welche Nährstoffe am besten wo zu finden sind? Dann gefällt Dir bestimmt auch diese Übersicht!

3. Eine vegane Ernährung ist viel zu anstrengend!­

Anstrengend ist… so eingepfercht mit Deinen Artgenossen leben zu müssen, dass Du ihnen Körperteile abbeißen willst. Anstrengend ist… 20 Stunden ohne Essen und Trinken in einem Transporter verbringen zu müssen, ohne Dich hinlegen oder sogar setzen zu können. Anstrengend ist… Tierleid ständig und gezwungenermaßen ignorieren zu müssen.
Entscheidest Du Dich statt nur mit dem Magen auch mit Herz und Kopf für eine vegane Ernährung, wird Dir die Umsetzung sicher nicht schwerfallen. Wie mit allem, was neu ist, können sich die ersten Schritte ungewohnt anfühlen. Doch nach nur ein paar Tagen hat man sich auch mit dieser abwechslungsreichen Ernährung eingespielt. Mach kleine Schritte, nimm Dir Zeit und informier Dich (ein kurzer Blick in unsere kleine Mediathek kann inspirieren). Die bunte Vielfalt der veganen Kost lässt so schnell keine Langeweile aufkommen, bald schon kennst Du die Wege zu den wichtigsten Supermarktregalen und der eigene Körper wird mit jedem Tag vitaler. Sollte es Dir Sorgen bereiten, woher Du Inspiration für neue Gerichte herbekommen sollst, findest Du hier die richtigen Tipps!

4. Fleisch aus artgerechter Haltung und Eier aus Freilandhaltung sind aber okay.

Lass Dich nicht täuschen. Dieser Mythos entspricht in etwa so sehr der Wahrheit wie die Vorstellung, dass jede McDonald´s-Kuh einen Namen hätte. Bio oder nicht bio, alle werden transportiert und alle auf die gleiche schreckliche Weise geschlachtet. Sobald die „Produktivität“ der Tiere nachlässt, sie also nicht weiter auszubeuten sind, werden auch Hühner, Schweine oder Kühe aus artgerechter Haltung, Freilandhaltung oder von Bio-Höfen zum Schlachthof gefahren, wo das gleiche grausame Lebensende auf sie wartet wie für ihre Artgenossen aus der konventionellen Landwirtschaft. Kein Tier möchte sterben und Konzepte wie „humane Schlachtung“ klingen beruhigend, sind aber nicht realistisch. Mit jedem Einkauf kannst Du ein ganz persönliches Statement abgeben. Jedes Mal, wenn Du Deinen Geldbeutel öffnest, um für einen Einkauf zu zahlen, hast du die Wahl: Finanziere ich die Ausbeutung der Tiere weiter mit meinem Geld? Oder investiere ich in Lebensmittel, für die kein Tier zu Schaden kam, nachhaltig mit der Natur umgegangen wurde und die zusätzlich meine Gesundheit unterstützen?

5. Ist die Ernährung nicht eine persönliche Entscheidung?

Das stimmt, aber welche Entscheidung bleibt den Tieren? Selbst bei unseren persönlichen Ernährungsfragen begegnen wir täglich Einschränkungen: Schlangenfleisch gibt’s nicht einfach im Supermarktregal und die Milch von Hunden können wir nicht zu Pudding verarbeiten. Für diese Einschränkungen gibt es gute ethische Gründe, die wir nachvollziehen können und akzeptieren. Warum also ist es vertretbar, Kühe, Schweine und Hühner zu konsumieren, andere Tierarten aber nicht? Die Entscheidungsfindung erscheint etwas unlogisch. Überall wird eine beschränkte Auswahl an tierischen Produkten dargeboten, die großes Tierleid bedeuten, den Planeten zerstören und uns krank machen können. Angeboten werden allerdings auch Nahrungsmittel, die uns und dem Planeten guttun, die den Welthunger bekämpfen können und die Tierleid umgehen. Lasst uns also von unserem Recht Gebrauch machen, frei entscheiden zu können, was wir konsumieren wollen. Tiere verdienen einen herzlosen Umgang nicht. Mit jeder Mahlzeit können wir uns dafür entscheiden, das Leid der Tiere zu verringern und Mitgefühl in die Welt zu tragen. Sei dabei und probiere ein Stück Zukunft!

Absolut kein Mythos! Erfahre mehr darüber, welche guten Gründe es gibt, vegan zu leben:

Weitere Artikel

Die Gerüchteküche brodelt, wenn es um das Thema Veganismus geht. Hier findet ihr die
5 Top Mythen über Veganismus die Humbug sind.