Tierische Gründe für Veganismus

Wissenschaftler*innen sind sich mit Tierbesitzer*innen, Tierärzt*innen und vielen Kleinbauern/-bäuerinnen einig, dass Tiere Individuen sind, die Gefühle und Charakter haben – genau wie wir. Entscheiden sich Menschen der Tiere willen für eine Ernährung, die vom Konsum tierischer Produkte absieht, sehen sie Tiere als gleichgestellte Wesen, die ein Anrecht auf ein unbeschwertes und natürliches Leben haben. Weltweit werden sogenannte „Nutztiere“ wie Rinder, Schweine, Hühner etc. in einem Tempo geschlachtet, das schneller als unser Herzschlag ist. In Deutschland werden jährlich mehr als 500 Millionen Tiere geschlachtet, Meerestiere nicht eingeschlossen. So hoch diese Zahl ist, so tief sind die Abgründe der heutigen Intensivtierhaltung.

An dieser Stelle möchten wir Dir kurze Einblicke in den Alltag einzelner Tiere geben, die in unserer modernen Gesellschaft als bloße Produktionsmaschinen und Objekte genutzt werden. Vegan zu sein, heißt, sich diesem System der Massentierhaltung zu widersetzen.

Schweine

Es gibt zwei Schicksale für Schweine in der Massentierhaltung: Nachwuchs zeugen für die Fleischproduktion oder selbst gemästet und zu Fleisch verarbeitet werden.
Kein Schweinefleisch zu essen, heißt, sich der grauenvollen Massenabfertigung von hochemotionalen und intelligenten Lebewesen zu widersetzen. In Mastanlagen der Fleischindustrie werden Schweine in engsten Verhältnissen innerhalb von 6-7 Monaten gezwungen, ihr Schlachtgewicht zu erreichen, und entwickeln deshalb selbstverletzende und aggressive Verhaltensstörungen. Dabei gehören Schweine in der Natur zu den neugierigsten und empfindsamsten Tieren. Schweine können es an Intelligenz und Konzentrationsfähigkeit mit Primaten und Kindern aufnehmen. Alte und junge Tiere lernen voneinander und bilden ein umfangreiches Sozialgefüge in Gruppen. Schweine verspüren Trauer, Freude und vieles mehr, spielen gern und entdecken die Welt so enthusiastisch und mutig wie kaum ein anderes Lebewesen.
Schweine in Zuchtanlagen werden mit Hormonen vollgepumpt und nach 21 bis 28 Tagen werden Mutter und Nachwuchs getrennt. In einer natürlichen Umgebung würden die Ferkel dagegen für rund 4 Monate bei der Mutter bleiben und haben ein wahnsinnig enges Verhältnis: Sauen „singen“ ihren Ferkeln vor und Ferkel erkennen ihre Mütter wiederum an deren Stimme.

Rinder

Rinder sind aus dreierlei Hinsicht für die moderne Lebensmittelindustrie interessant: Kühe sind nicht nur Quelle für das „weiße Gold“ Milch, sondern auch Lieferanten für Rind- und Kalbsfleisch. Für männliche Kälber in der modernen Massentierhaltung ist das Schicksal bereits mit der Geburt besiegelt: Sie werden innerhalb kürzester Zeit auf ihr Schlachtgewicht gemästet, geschlachtet und dann zu Kalbsfleisch verarbeitet. Nur wenige Schlucke der nahrhaften Muttermilch erhalten die Kälber nach der Geburt, denn diese ist für den menschlichen Konsum bestimmt. Innerhalb der ersten 24 Stunden werden Mutterkuh und Kalb getrennt. Dabei haben Kälber und Kuhmütter eigentlich sehr enge Bindungen. Kuhmütter schlecken ihre Kälbchen trocken, helfen ihren Kleinen bei den ersten Gehversuchen und laufen manchmal mehrere Kilometer, um ihre Kälber wiederzufinden.
Kühe sind sehr soziale Tiere. Wenn sie von ihrer Herde getrennt werden, trauern sie tagelang um ihren Verlust. Für die Fleischproduktion werden Rinder in Bedingungen gehalten, die den Tieren ihren natürlichen Bewegungsdrang und das Ausleben wichtiger sozialer Kontakte unterdrücken. Sie werden in viel zu großen Herden auf zu kleinem Raum gehalten, oft auf harten Spaltböden, die zu Verletzungen und Krankheiten führen, oft müssen Tiere in ihrem eigenen Kot stehen und liegen. Nur ganz wenigen Mastrindern wird einige Monate in ihrem Leben Auslauf im Freien geboten. Kühe legen in der Regel täglich 10 Kilometer zurück, indem sie langsam laufen und dabei grasen.
Rinder sind wahnsinnig intelligente und besonders neugierige Tiere. Sie lieben es, neue Dinge zu entdecken und neue Wege zu gehen. Kniffelige Aufgaben machen Rindern viel Spaß. Sie zeigen durch Sprünge, dass sie sich freuen, wenn sie ein Problem erfolgreich gelöst haben.

Hühner

Hühner haben eine komplexe Sozialstruktur mit einer strengen Hierarchie, auch „Hackordnung“ genannt. Ihr Gefieder dient dabei als Kommunikationsmittel in der Gesellschaftsordnung: So können die süßen Vögel durch Aufstellen bestimmter Federn verschiedene Stimmungen zeigen. In der modernen Massentierhaltung ist jegliches Sozialverhalten vollkommen unmöglich gemacht: Für die massenhafte Produktion von Eiern für den menschlichen Konsum werden Legehennen zumeist (77 %) in Betrieben mit 200.000 Tieren gehalten. Mehr als die Hälfte der Legehennen lebt heute in Bodenhaltung. Pro Gruppe werden dort bis zu 6.000 Tiere gehalten und jedes Tier hat etwa ein DIN-A4-Blatt Platz zum Leben. Aufgrund der hohen Besetzungszahlen muss sich jedes Tier dabei mit rund hundert Artgenossen die angebotene Nestfläche teilen, wo sich die Tiere sonst gesondert von ihrer Gruppe um Brut und Nachwuchs kümmern. Hinter jedem Ei steckt Tierquälerei.
Hühner sind faszinierende Lebewesen. Sie bedienen sich einer umfangreichen Sprache verschiedenster Laute, um miteinander zu kommunizieren. Dabei verwenden sie mehr als 30 angeborene Lautäußerungen. Für den menschlichen Nutzen werden sie wie bloße Objekte behandelt. Hühner sind die am meisten geschlachteten Tiere auf der ganzen Welt und werden hierfür innerhalb kürzester Zeit gemästet und getötet. Natürliche Bewegungen sind für Masthühner aufgrund von extremem Platzmangel unmöglich: Fortbewegung, Scharren, Gefiederputzen, Flügelschlagen oder Spielen mit Nahrung mit dem Schnabel (eine Lieblingsbeschäftigung von Hühnern). Unter ihrer eigenen Masse verlieren die Tiere das Gleichgewicht, kippen um oder können gar nicht erst vom Boden abheben und somit nicht einmal die Wassertränke erreichen. Die Masthallen werden während der gesamten Mastzeit nur zu Beginn eingestreut und so besteht die Bodenbedeckung zu Ende der Mastzeit fast nur aus Exkrementen.

Fische

Fische sind faszinierende und empfindsame Tiere, die, wie zahlreiche Studien bewiesen haben, Schmerz empfinden. Thunfische, nahe am Aussterben durch die leichtfertige Fischerei der Menschen, können auf der Suche nach Beute mit bis zu 80 Stundenkilometern durch die Meere schwimmen. Lachse haben ein unglaubliches Gedächtnis – sie finden nach einem Leben im Meer genau wieder zu dem Ort an einem Fluss oder Bach zurück, an dem sie geschlüpft sind. Heringe kommunizieren innerhalb ihres Schwarms, indem sie Luftblasen aus ihrem Körper drücken.

Trotzdem werden Fische unter grausamen Umständen gefangen und getötet. Bei allen Fangmethoden sterben die Fische entweder unter dem Druck der Fangmassen, durch den zu schnellen Aufstieg, durch Erstickung an Bord oder wenn sie bei lebendigem Leibe ausgenommen werden. Eine Studie aus Holland zeigte, wie lange Fische brauchen, um das Bewusstsein zu verlieren: Bei einem Erstickungstod waren die Fische 55 Minuten bis 4 Stunden bei vollem Bewusstsein, wurden sie direkt ausgenommen 25 bis 65 Minuten. Alle Fische leiden dabei unter extrem hohem Stress, ganz einfach weil sie sich nicht in ihrem Element Wasser befinden. Fische werden bei ihrer Tötung oft nicht ordnungsgemäß betäubt und erleben so bei vollem Bewusstsein mit, wie sie langsam und qualvoll verenden.

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